Kaum ein deutsches Mittelgebirge hat so viele Menschen in Reichweite. Köln, Düsseldorf, das Ruhrgebiet und das Städtedreieck selbst liegen sämtlich unter einer Stunde entfernt, und das Bergische Land ist für all diese Räume das nächstgelegene Ausflugsziel. An einem sonnigen Sonntag zwischen Mai und September trifft man deshalb nicht nur Motorräder, sondern Wohnmobile auf Parkplatzsuche, Rennradgruppen im Pulk, Familien mit Kinderanhänger und Wanderer, die an den Sperren vom Parkstreifen auf die Straße wechseln. Die Kontrolldichte ist in den bekannten Abschnitten entsprechend hoch.
Ruhig wird es in klar benennbaren Fenstern:
- werktags am späten Nachmittag und Abend, sobald der Berufsverkehr durch ist
- sonntags vor neun Uhr, wenn der Ausflugsverkehr noch nicht rollt
- außerhalb der nordrhein-westfälischen Ferien
- in den Randmonaten der Saison, wenn die Talsperren-Parkplätze leer bleiben
Der zweite Dauerfaktor ist die Feuchte. Die Höhenrücken liegen quer zur Westwindströmung, die Niederschlagsmengen steigen von West nach Ost deutlich an, und die Zahl der Tage mit Niederschlag zählt hier mehr als die Millimeter. Praktisch heißt das: Nach einem Schauer ist die Bundesstraße nach zwanzig Minuten wieder trocken, die Nebenstrecke unter geschlossenem Kronendach über Stunden nicht. Auf wenig befahrenen Verbindungen zwischen zwei Hofschaften bildet sich ein Moos- und Algenfilm in der Fahrbahnmitte und am Rand, der bei Nässe deutlich weniger hält als der Asphalt daneben. Dazu kommt im Frühjahr liegen gebliebener Streusplitt in den Kurven, im Sommer Erde und Silagereste aus der Grünlandwirtschaft an Hofausfahrten, und in den engen Talsohlen morgens Nebel, der sich lange hält.
Das ist kein Argument gegen die Region, sondern eine Anforderung an die Ausrüstung und an die Planung: Reifen mit brauchbarem Nassgrip, Regenkleidung griffbereit statt ganz unten im Koffer, und eine Route, die sich im Zweifel über größere Straßen abkürzen lässt.