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Bergisches Land

Streckensperrungen Bergisches Land

4 gemeldete Sperrungen im Bergischen Land – mit voraussichtlichem Ende, dazu Streckenzustand und Gefahrenstellen.

Aktuell gesperrt

Strecke / StelleWas & warumBis wann
K 19 zwischen Engelskirchen-Bickenbach und Lindlar-KlauseDer Oberbergische Kreis hat die Strecke 2011 nach einer Häufung schwerer Motorradunfälle mit einem Durchfahrtsverbot für Krafträder belegt; die Anordnung gilt unbefristet. Die Kreispolizeibehörde kontrolliert das Verbot regelmäßig.1. März bis 31. Oktober, Sa/So/Feiertage 8–22 Uhr, werktags 17–22 Uhr
B 256 "Schladernring" zwischen Waldbröl und Windeck-Schladern (Teilstrecke ab Nutscheid bzw. Spurkenbach)Nach schweren Motorradunfällen haben Oberbergischer Kreis und Rhein-Sieg-Kreis die Teilstrecke seit 2003 an Wochenenden für Krafträder gesperrt. Zusätzlich gilt auf dem gesamten Abschnitt Tempo 70, in ausgewiesenen Kurven Tempo 50.März bis Oktober, Wochenenden und Feiertage 8–22 Uhr
L 701 Prioreier Straße zwischen Hagen-Priorei und BreckerfeldDer Ennepe-Ruhr-Kreis hat den kurvenreichen Abschnitt im Oktober 2023 erneut für Motorräder gesperrt. Das Oberverwaltungsgericht Münster hat das Verbot am 22.05.2024 im Eilverfahren als voraussichtlich rechtmäßig bestätigt.Freitagnachmittag, Wochenenden und Feiertage
Rennstrecke von "Rund um Köln" durch Bergisch Gladbach (Schildgen, Paffrath, Bärbroich, Herkenrath, Sand, Bensberg), Kürten, Wipperfürth, Overath und RösrathFür das Radrennen "Rund um Köln" sperren die Städte die Rennstrecke abschnittsweise; die Sperren beginnen jeweils rund 30 Minuten vor der Durchfahrt der Felder.ein Sonntag im Mai, je Abschnitt zwischen 9 und 16 Uhr

Stand: 30.07.2026 · Tagesaktuelle Lage vor der Tour über den Verkehrswarndienst prüfen.

Streckenlage

Streckenzustand im Bergischen Land: Nässe, enge Kurven und Wildwechsel

Gedeckter Tisch mit Waffeln, Reisbrei, Aufschnitt und Kaffeetasse
Die Bergische Kaffeetafel gehört zur Region wie die Talsperren

Das Bergische Land ist ein klassisches Mittelgebirge: keine spektakulären Pässe, dafür ein dichtes Netz kurviger Land- und Bundesstraßen, die sich durch Wupper-, Dhünn- und Bevertal winden, an Talsperren entlangführen und über bewaldete Höhenzüge klettern. Die höchsten Erhebungen liegen um die 500 Meter – die Homert im Oberbergischen Kreis ist mit 519 Metern über Normalhöhennull der höchste Punkt der Region. Wer Alpen-Maßstäbe erwartet, irrt. Der Reiz liegt im ständigen Wechsel: enge Waldsträßchen, lange gezogene Talkurven am Wasser, kurze knackige Auffahrten zu den Höhenrücken und dazwischen immer wieder offene Blicke über das wellige Bergland.

Die Strecken sind reizvoll, fordern aber Aufmerksamkeit. Viele Verbindungen verlaufen als enge, schlecht einsehbare Kehren durch dichten Wald oder unmittelbar am Wasser. Die B237 verbindet den Raum Hückeswagen mit Wipperfürth und ist Teil mehrerer beliebter Tourenrouten durch das Wuppertal. Die B256 Richtung Waldbröl gilt unter Fahrern als besonders kurvig. Wegen der hohen Unfallzahlen stehen auf solchen Strecken immer wieder streckenbezogene Tempo- oder Motorradbeschränkungen zur Debatte.

Typische Gefahren auf bergischen Straßen

  • Nässe und Laub: Das Bergische Land ist eine der regenreichsten Regionen Deutschlands. Waldstrecken trocknen langsam ab, im Schatten der Höhenzüge bleibt der Asphalt lange feucht. Im Herbst kommt nasses Laub in den Kurven dazu – auf abschüssigen Waldsträßchen extrem rutschig.
  • Enge, uneinsichtige Kurven: Viele L-Straßen rund um Wipperfürth, Hückeswagen und Radevormwald sind schmal und schlängeln sich ohne Überblick durch Senken und über Kuppen. Nicht in die Gegenfahrbahn ziehen.
  • Wild: Die ausgedehnten Wälder zwischen den Tälern sind Wildwechselgebiet. In der Dämmerung am Waldrand das Tempo zurücknehmen.
  • Querverkehr und Ortsdurchfahrten: Zwischen den Kurvenpassagen liegen viele kleine Orte und Höfe mit Einmündungen – nicht im Kurvenrausch übersehen.
  • Steile, kurze Auffahrten: Rund um die Höhenburgen – etwa hinauf nach Burg an der Wupper – sind die Zufahrten eng, steil und im Schatten oft feucht. Schwung nützt hier nichts, ein früher Bremspunkt schon.

Geltende Regeln in Deutschland

Es gelten die normalen deutschen Verkehrsregeln: innerorts 50 km/h, außerorts 100 km/h auf Land- und Bundesstraßen, auf der Autobahn eine Richtgeschwindigkeit von 130 km/h (kein generelles Tempolimit, aber bei höherem Tempo greift bei einem Unfall die Mithaftung). Für Alkohol gilt die 0,5-Promille-Grenze; bei Fahrauffälligkeiten kann schon ab 0,3 Promille belangt werden, für Fahranfänger und unter 21 gilt 0,0.

Streckenlage

Streckenzustand und Zeitfenster zwischen Ruhrgebiet und Köln

Kaum ein deutsches Mittelgebirge hat so viele Menschen in Reichweite. Köln, Düsseldorf, das Ruhrgebiet und das Städtedreieck selbst liegen sämtlich unter einer Stunde entfernt, und das Bergische Land ist für all diese Räume das nächstgelegene Ausflugsziel. An einem sonnigen Sonntag zwischen Mai und September trifft man deshalb nicht nur Motorräder, sondern Wohnmobile auf Parkplatzsuche, Rennradgruppen im Pulk, Familien mit Kinderanhänger und Wanderer, die an den Sperren vom Parkstreifen auf die Straße wechseln. Die Kontrolldichte ist in den bekannten Abschnitten entsprechend hoch.

Ruhig wird es in klar benennbaren Fenstern:

  • werktags am späten Nachmittag und Abend, sobald der Berufsverkehr durch ist
  • sonntags vor neun Uhr, wenn der Ausflugsverkehr noch nicht rollt
  • außerhalb der nordrhein-westfälischen Ferien
  • in den Randmonaten der Saison, wenn die Talsperren-Parkplätze leer bleiben

Der zweite Dauerfaktor ist die Feuchte. Die Höhenrücken liegen quer zur Westwindströmung, die Niederschlagsmengen steigen von West nach Ost deutlich an, und die Zahl der Tage mit Niederschlag zählt hier mehr als die Millimeter. Praktisch heißt das: Nach einem Schauer ist die Bundesstraße nach zwanzig Minuten wieder trocken, die Nebenstrecke unter geschlossenem Kronendach über Stunden nicht. Auf wenig befahrenen Verbindungen zwischen zwei Hofschaften bildet sich ein Moos- und Algenfilm in der Fahrbahnmitte und am Rand, der bei Nässe deutlich weniger hält als der Asphalt daneben. Dazu kommt im Frühjahr liegen gebliebener Streusplitt in den Kurven, im Sommer Erde und Silagereste aus der Grünlandwirtschaft an Hofausfahrten, und in den engen Talsohlen morgens Nebel, der sich lange hält.

Das ist kein Argument gegen die Region, sondern eine Anforderung an die Ausrüstung und an die Planung: Reifen mit brauchbarem Nassgrip, Regenkleidung griffbereit statt ganz unten im Koffer, und eine Route, die sich im Zweifel über größere Straßen abkürzen lässt.

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