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Bergisches Land

Die Motorrad-Reviere im Bergischen Land

Jede Ecke fährt sich anders – hier steht, welche wie.

Das Bergische Land ist Talsperren-Land, und das gibt jeder Tour ihren Takt: enge Kurven schrauben sich von einem Stausee zum nächsten, dazwischen Fachwerk, Industriegeschichte und ein paar Bauwerke von nationalem Rang. Das Revier liegt direkt vor der Tür von Köln und Ruhrgebiet und wird trotzdem schnell einsam — wer die Hauptachsen verlässt, hat die Wälder fast für sich. Was die einzelnen Ecken ausmacht, steht hier.

Natur

Die Sieben-Talsperren-Tour – 194 Kilometer von Stausee zu Stausee

Weites Panorama über die grünen Hügel und Täler des Bergischen Landes
Das Bergische Land aus der Vogelperspektive – Wiesen, Wälder und tief eingeschnittene Täler

Das Rückgrat des Reviers ist die ausgeschilderte Sieben-Talsperren-Tour, rund 194 Kilometer fast durchgehend im Naturpark Bergisches Land. Von Overath führt sie kurvig zur Großen Dhünntalsperre, einem der größten Trinkwasserspeicher Deutschlands, weiter zur Bevertalsperre bei Hückeswagen — dort liegt nach gut 45 Kilometern der Bikertreff „Zornige Ameise", die eingespielte erste Pause. Es folgen Kerspe-, Agger- und Wiehltalsperre; die Anfahrt zur Aggertalsperre bei Bergneustadt gehört mit ihren eng gesetzten Kurven zum Besten der Runde, der höchste Punkt liegt bei rund 469 Metern. Über die Wahnbachtalsperre bei Neunkirchen schließt sich der Kreis. Die meisten Seen stauen Trinkwasser oder halten Hochwasser zurück, gebadet wird nur an wenigen — etwa an der Bever. Weiter westlich staut die Wuppertalsperre bei Hückeswagen die Wupper. Außer an Frosttagen ist die Runde ganzjährig fahrbar.

Oberbergisch und Rheinisch-Bergisch – zwei Charaktere

Das Revier zerfällt in zwei Hälften. Der oberbergische Osten um Gummersbach, Wiehl und Bergneustadt ist das eigentliche Talsperren- und Kurvenland: Lagen bis über 500 Meter, dichte Wälder, ständiges Auf und Ab. Nach Westen, im Rheinisch-Bergischen um Bergisch Gladbach und Odenthal, wird das Relief sanfter und läuft zur Kölner Bucht aus — mehr Fluss- als Bergland, dafür kurze Anfahrten aus dem Rheintal. Wer Kurven sucht, hält sich östlich; wer Kultur und ruhige Talstraßen mischen will, findet das im Westen.

Wupper, Dhünn und Sieg – die Talachsen

Drei Flüsse geben dem Land seine Ordnung. Die Wupper schneidet sich in engen Schleifen zwischen Wuppertal, Solingen und Remscheid durch den Fels, die Dhünn und im Süden die Sieg bilden die weiteren Achsen. Dazwischen liegen die kurvigen Höhenverbindungen, für die das Bergische bekannt ist: wenig Geradeaus, ständiger Lastwechsel. Der Preis dafür ist das Wetter — das Bergische zählt zu den regenreichsten Mittelgebirgsecken Westdeutschlands. In den schattigen Nordhang-Kurven trocknet der Asphalt spät ab, im Herbst legt sich nasses Laub in die Waldpassagen, und moosiger Belag unter den Bäumen bleibt lange rutschig. Griffig fahren ist hier oft schlicht eine Frage des richtigen Tages.

Das Bergische Städtedreieck

Im Westen bilden Wuppertal, Solingen und Remscheid die „Bergischen Drei", drei Industriestädte dicht an dicht über dem Wuppertal. In Wuppertal fährt die Schwebebahn als Hängebahn-Unikat von 1901 über dem Fluss. Solingen trägt den Namen Klingenstadt, weil hier seit Jahrhunderten Messer und Schneidwaren geschmiedet werden; über der Wupper liegt Schloss Burg, die größte wiederaufgebaute Burganlage des Bergischen Landes. Zwischen Solingen und Remscheid spannt sich die Müngstener Brücke, mit gut 100 Metern über der Wupper die höchste Eisenbahnbrücke Deutschlands. Von der industriellen Vergangenheit zeugen auch die stillgelegten Bahntrassen: Strecken wie die Balkantrasse sind heute Panorama-Radwege — für Motorräder Kulisse statt Fahrweg, aber sie erklären die vielen Viadukte im Wald.

Sehenswert

Kultur- und Naturstopps

Abseits der Städte lohnen zwei sehr unterschiedliche Ziele den Abstecher. Im Dhünntal bei Odenthal steht der Altenberger Dom, die schlichte gotische Kirche eines ehemaligen Zisterzienserklosters — ein ruhiger Gegenpol zum Kurvenstress. Bei Engelskirchen im Aggertal führt die Aggertalhöhle als Schauhöhle in den Berg, eine der wenigen Tropfsteinhöhlen der Region. Beide liegen an Nebenstrecken, die sich ohne Umweg in eine Tagesrunde einfädeln lassen.

Anschluss nach Süden und Osten

Nach Süden bildet die Sieg die Grenze des Naturparks; von den Höhen bei Weyerbusch öffnet sich der Blick übers Bergische, dahinter beginnt der Westerwald. Nach Osten schließt unmittelbar das Sauerland an — eigenständiges Revier, aber der nahtlose Übergang macht aus einer Bergischen Tagestour ohne Umweg eine Wochenendrunde.

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