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Bergisches Land

Natur im Bergischen Land

Wald, Wasser und Tierwelt — was sich gerade verändert und wo man es sieht.

Sehenswert

Naturpark & Talsperren: Stopps zwischen Wupper und Dhünn

Gedeckter Tisch mit Waffeln, Reisbrei, Aufschnitt und Kaffeetasse
Die Bergische Kaffeetafel gehört zur Region wie die Talsperren

Der Naturpark Bergisches Land gehört mit rund 2.027 Quadratkilometern zu den größten Naturparken Nordrhein-Westfalens. Er wurde 1973 gegründet und reicht vom Bergischen Städtedreieck Wuppertal–Solingen–Remscheid im Norden bis zur Sieg im Süden, im Westen endet er vor den Toren Kölns, im Osten grenzt er ans Sauerland. Bewaldete Höhenzüge in langen Wellen und grüne Wiesentäler prägen das Bild – eine typische Mittelgebirgslandschaft, die von der Kölner Bucht bis auf rund 500 Meter im Osten ansteigt.

Talsperren-Landschaft

Das Herz der bergischen Natur sind die Talsperren – nirgendwo in Deutschland stehen so viele davon auf so kleiner Fläche. Allein der Wupperverband bewirtschaftet 14 Stück. Lohnende Wasser-Stopps:

  • Wuppertalsperre: 1989 in Betrieb genommen und damit die jüngste der großen Sperren, rund 225 Hektar Wasserfläche, gut 25 Millionen Kubikmeter Stauraum, gespeist von der Wupper. Beim Bau verschwanden ganze Ortschaften und Industrieanlagen unter Wasser – die alte Wupperbrücke bei Kräwinklerbrücke liegt heute auf dem Grund. Rundwege, Bootshäfen und Tauchreviere prägen die Sperre.
  • Bevertalsperre: ursprünglich 1896–1898 gebaut, später erweitert; sie staut die Bever, einen Wupper-Zufluss, vor allem für Hochwasserschutz und Niedrigwasseraufhöhung. Bei Vollstau bis zu 200 Hektar Wasserfläche, rund 24 Millionen Kubikmeter Inhalt. Ein etwa 15 Kilometer langer Wanderweg umrundet den See, Segel- und Wassersport sind hier zu Hause.
  • Große Dhünntalsperre: seit 1985 in Betrieb, mit rund 81 Millionen Kubikmetern die zweitgrößte Trinkwassertalsperre Deutschlands. Sie liegt zwischen Wermelskirchen, Wipperfürth, Kürten und Odenthal und besitzt mit der Großen und der Kleinen Dhünn zwei Vorsperren. Als Trinkwasserspeicher ist das unmittelbare Ufer geschützt; die umliegenden Wälder und Wege lassen sich aber gut erfahren.

Wälder, Flusstäler und Aussicht

Zwischen den Sperren ziehen sich die Täler von Wupper und Dhünn durch dichte Mischwälder. Aussichtspunkte wie der Bereich um die Homert bei Gummersbach belohnen mit weiten Blicken über das wellige Bergland. Die Landschaft ist grün und kleinteilig – ständig wechseln Wald, Wiese, Obstbaumhang und kleiner Hof.

Wetter und Pausenkultur

Das „bergische Wetter“ ist sprichwörtlich: Die Region ist regenreich, und an den Höhenzügen stauen sich die Wolken. Regenkleidung gehört ins Gepäck. Für die Pause empfiehlt sich die regionale Spezialität – die Bergische Kaffeetafel, eine üppige Mahlzeit, die sich seit dem 18. Jahrhundert im Bergischen entwickelte. Auf den Tisch kommen frischer Kaffee, helles und dunkles Brot, der süße Hefe-„Blatz“, herzhafte und süße Aufstriche und vor allem die Bergischen Waffeln mit heißen Kirschen und Sahne oder mit Milchreis, Zimt und Zucker. Krönung ist die Dröppelminna, eine bauchige Zinn-Kaffeekanne mit seitlichem Zapfhahn, die seit dem 18. Jahrhundert das Symbol der Kaffeetafel ist; ihr Name kommt vom „Dröppeln“ – dem Tröpfeln des Kaffees. Viele Cafés und Gasthäuser der Region servieren die Tafel auf Anfrage „met allem dröm un dran“.

Natur

Die Talsperrenkette als Streckenraster

Wer im Bergischen Land eine Tour zeichnet, zeichnet um Wasser herum. Die Stauseen liegen in den engen Tälern der Wupper-Zuflüsse, also genau dort, wo vor dem Aufstau die Straßen verliefen. Über Sperrmauern und Dämme führt in aller Regel keine Durchgangsstraße, und die Uferlinie ist selten befahrbar. Die Fahrbahn bleibt oberhalb des Wasserspiegels am Hang oder weicht gleich auf den nächsten Höhenrücken aus. Eine Talsperre ist für die Routenplanung damit weniger ein Abschnitt als ein Hindernis, das die Strecke auf eine Seite zwingt.

Am deutlichsten wird das an der Großen Dhünntalsperre. Als Trinkwasserspeicher ist ihr Umfeld weiträumig geschützt, Forstwege sind gesperrt, eine durchgehende Uferstraße existiert nicht. Wer von Wermelskirchen nach Odenthal will, umfährt das gesamte Gebiet großzügig über Kürten oder über die Höhen im Norden. Anders sieht es dort aus, wo beim Aufstau ganze Talstraßen verschwanden: An diesen Stellen entstanden Ersatzstraßen mit breitem Belag, gleichmäßigen Radien und langen Brücken über die Seitenarme. Sie fahren sich völlig anders als das gewachsene Netz daneben, und der Übergang zwischen beiden Bauzeiten kommt oft ohne Vorwarnung.

Dazu kommen die Stichstraßen. Zufahrten zu Vorsperren, Bootshäusern, Liegewiesen und Staumauern enden fast immer als Sackgasse, mit engem Wendehammer und schlechtem Belag. Sie lohnen den Abstecher, kosten aber jedes Mal den Rückweg auf derselben Spur. In der Nähe der Parkplätze ist zusätzlich mit Fußgängern zu rechnen, die vom Auto direkt auf die Fahrbahn treten. Und die Seen sehen nicht immer gleich aus: Im Frühjahr steht das Wasser hoch, im Spätsommer legt der abgesenkte Pegel breite, kahle Uferstreifen frei.

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