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Bergisches Land

Bergbau im Bergischen Land

Welterbe, Gruben und Handwerk — was tausend Jahre Erz aus der Region gemacht haben.

Sehenswert

Industrie, Fachwerk & Geschichte: lohnende Stopps für Regentage

Weites Panorama über die grünen Hügel und Täler des Bergischen Landes
Das Bergische Land aus der Vogelperspektive – Wiesen, Wälder und tief eingeschnittene Täler

Wenn der typische bergische Landregen einsetzt, hat die Region mehr zu bieten als nasse Kurven: Das Bergische Land gilt als eine der Wiegen der Industrialisierung auf dem europäischen Festland. Wasserkraft aus Wupper und Nebenbächen, Holz und Erz machten die Täler zu Zentren der Metallverarbeitung – und genau diese Geschichte lässt sich heute trockenen Fußes in zahlreichen Museen erleben. Das regionale Netzwerk Industriekultur Bergisches Land bündelt viele dieser Schauplätze – von Hammerwerken bis zu Schleifkotten.

Solingen – die Klingenstadt

Solingen trägt seit Jahrhunderten den Beinamen Klingenstadt. Seit dem Mittelalter gilt die Stadt als Zentrum der deutschen Schneidwarenindustrie; im 16. Jahrhundert traten zu den Schwertschmieden und Messermachern die Scherenmacher hinzu, und die Klingenproduktion bestimmte die Wirtschaft der Stadt bis weit ins 19. Jahrhundert. Das Herzstück dieser Geschichte sind die Schleifkotten an den Flüssen und Bächen: Werkstätten, in denen Wasserkraft die rotierenden Schleifsteine antrieb. Vorbild waren die wassergetriebenen Getreidemühlen; die vielen Wasserläufe des Bergischen waren ideal dafür. Zwei Kotten sind erhalten und besuchbar: der Balkhauser Kotten, seit 1972 Schleifkotten-Museum im Fachwerkstil des 18. Jahrhunderts, und der Wipperkotten, erstmals 1605 dokumentiert, der einzige erhaltene originale Doppelkotten an der Wupper, in dem bis heute mit Wasserkraft geschliffen wird. Das Deutsche Klingenmuseum in Solingen-Gräfrath, untergebracht im barocken Gebäude des früheren Gräfrather Klosters und 1991 vom Architekten Josef Paul Kleihues neu gestaltet, zeigt mit der Dauerausstellung „ME FECIT SOLINGEN“ die Geschichte der Klinge vom Mittelalter bis zum modernen Besteckdesign und beherbergt eine der bedeutendsten Bestecksammlungen der Welt. Praktisch: Eintritt für Erwachsene rund 3,50 Euro, montags geschlossen.

Remscheid – die Werkzeugstadt

Remscheid ist traditionell die Stadt des Werkzeugs; die lebendige Werkzeugfertigung entstand hier vor rund 500 Jahren. Das Deutsche Werkzeugmuseum im Ortsteil Hasten – 1967 gegründet, seit 1970 mit dem nationalen Titel versehen und 1998 als Neubau wiedereröffnet – zeigt eine deutschlandweit einzigartige Sammlung: Handwerkzeuge, Werkzeugmaschinen und Geräte von der Steinzeit bis ins 21. Jahrhundert, dazu Technik-, Sozial- und Kulturgeschichte der Region. Hinweis: Das Haus ist regulär mittwochs bis sonntags von 11 bis 17 Uhr geöffnet, Eintritt rund 3,50 Euro, Kinder bis 18 frei – wegen Umbauarbeiten ist es jedoch im Frühjahr 2026 zeitweise geschlossen und nimmt den Betrieb ab Juli 2026 mit leichten Einschränkungen wieder auf.

Dieselbe Regentagsqualität haben das Bergische Museum auf Schloss Burg, der Altenberger Dom im Dhünntal und das Museum auf Schloss Homburg – überdacht, mit reichhaltigen Sammlungen und alle drei über schöne Anfahrten erreichbar. Praktischer Hinweis: Montag ist bei den bergischen Museen der klassische Ruhetag; einzelne kleinere Häuser schließen zusätzlich an anderen Wochentagen. Der Altenberger Dom ist davon ausgenommen und täglich zugänglich.

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